Diese Woche habe ich mich entschieden, ein leichtes Thema zu behandeln, das euch hoffentlich ein Lächeln ins Gesicht zaubert: Ich erzähle euch von den sieben lustigsten Redewendungen, die mir in Schweden rund ums Essen begegnet sind.
„Nicht für alles Butter in Småland!“ (bezogen auf etwas sehr Teures)
Ja! Ihr habt richtig gehört: Wenn man vor einem Gegenstand steht, der aus irgendeinem Grund übermäßig teuer ist, kann man sagen „inte för allt smör i Småland“, sozusagen „nicht für alles Gold der Welt“ auf Deutsch.
Aber warum Butter? Und wo liegt Småland? Butter ist eine grundlegende Zutat der schwedischen Esskultur und wird bereits zum Frühstück (bei einer macka, einem Sandwich) sowie zu Mittag- und Abendessen verwendet. Småland ist eine der südlichsten Regionen Schwedens und war historisch durch geringe Butterproduktion, jedoch von sehr hoher Qualität, gekennzeichnet—so sehr, dass sie als die schmackhafteste des ganzen Landes galt.
„Kein gebratener Spatz fliegt in den Mund“
Der Ausdruck „det flyger inga stekta sparvar i munnen“ geht auf eine germanische Ursprungsgeschichte zurück, die vom sogenannten Schlaraffenland handelt, einem Fantasiereich, dessen Bewohner träge sind und in dem es im Überfluss Essen gibt. In diesem Reich sind Wasserläufe durch Flüsse aus Wein, Milch oder Honig ersetzt, und die Vögel, die am Himmel fliegen, sind bereits gebraten und landen in den Mündern der Bewohner. Diese recht gebräuchliche Wendung wurde sogar vom aktuellen König von Schweden, König Carl Gustav, in seiner Weihnachtsansprache 2002 verwendet.

„Boom auf die Rote Bete“
Auf Schwedisch, wenn man seinen Gesprächspartner auffordern möchte, direkt zur Sache zu kommen, ohne Umschweife oder halbherzige Formulierungen, sagt man „pang på rödbetan“. Dieser Ausdruck stammt aus der Gegend von Skåne und lässt sich bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückverfolgen. Mit der Zeit wurde er langsam durch die geläufigere Wendung „rakt på sak“ (direkt zur Sache) ersetzt.
„Du hast deine letzte Kartoffel gepflanzt“
Wenn ihr wütend seid und mit einem Schweden streitet, kann es vorkommen, dass einer der beiden mit „jetzt hast du deine letzte Kartoffel gepflanzt“ endet. Dieser Ausdruck hat je nach Kontext verschiedene Nuancen: Er kann bedeuten, das letzte Wort in einem Streit gesprochen zu haben, das sprichwörtliche „Tüpfelchen auf dem i“ bzw. den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, oder sogar etwas zum letzten Mal zu tun.

„Suppe auf einem Nagel kochen“
Die Redensart „köka soppa på en spik“ stammt aus einem gleichnamigen schwedischen Märchen, in dem die Geschichte eines Landstreichers erzählt wird, der nur einen Topf und einen Nagel besitzt und an einer Tür klingelt, um nach Gewürzen zu fragen. Aus diesen wenigen Gewürzen gelingt es dem Landstreicher, eine sehr schmackhafte Suppe zuzubereiten.
„Suppe auf einem Nagel kochen“ bedeutet also, aus einer Situation, die anfangs schwierig oder aussichtslos erscheint, etwas Gutes zu machen.
„Einen Schwein im Sack kaufen“
Diese Wendung („köpa grisen i säcken“) wird verwendet, wenn man etwas kauft, ohne den Inhalt oder die Qualität zu prüfen. Wenn ihr also in Schweden ein Schwein kauft, denkt daran, es aus dem Sack zu holen!
„Aus allem eine pannkaka machen“
Diese letzte Redewendung entspricht praktisch dem deutschen Ausdruck „aus allem eine Pfanne machen“ bzw. „alles vermasseln“. In Schweden bezieht man sich eher auf einen Pancake als auf ein Omelett, so dass „det blev pannkaka av alltihop“ ein gebräuchlicher Ausdruck ist. Pannkakor sind bei schwedischen Kindern besonders beliebt; sie werden meist mit saurer Sahne (oder Eis) und Marmelade (vor allem Lingon-Marmelade, eine skandinavische säuerliche Beere) gegessen. Traditionell werden die Pfannkuchen am Donnerstag nach der üblichen Erbsensuppe mit Schweinefleisch (ärtsoppa) verzehrt.



